Jenseits der Norm - hochbegabt und hoch sensibel

von Andrea Brackmann


Klett-Cotta; ISBN: 3-608-89014-9

 

Andrea Brackmann ist Diplom-Psychologin und Verhaltenstherapeutin (Frankfurt a.M.) und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Hochbegabten. Erfahrungen und Erkenntnisse aus ihrer Praxis gibt Sie auch im Rahmen von Vorträgen weiter.

 

Durch Vorstellung einiger Prototypen von hochbegabten Kindern, Schulkindern und Erwachsenen versucht Brackmann, die andere, komplexere Art des Denkens Hochbegabter und ihre Auswirkungen auf Verhalten und Bedürfnisse darzustellen. Ein reizbareres Nervensystem sei neben höhervernetzten neuronalen Strukturen Ursache von Hochbegabung, was jedoch zu Nachteilen führe, deren Beschreibung sehr stark an Ausprägungen von HS erinnert. So ist von schneller Reizüberflutung die Rede, es fällt der Ausdruck "Mimose". Ebenso wird der Eindruck Betroffener geschildert, "irgendwie anders" zu sein.

 

Im zweiten Teil des Buches gibt Frau Brackmann Therapeuten Hinweise zur Behandlung Hochbegabter, u.a. liefert Sie Ansatzpunkte zur Abgrenzung von Hochbegabung zu pathologischen Phänomenen wie Borderline oder autistischen Störungen. Der Laie wird hier ebenfalls interessante Anregungen - etwa zum Umgang mit hochbegabten Kindern - finden.

 

Die Kernthese Andrea Brackmanns dürfte im Ergebnis sein, dass jeder Hochbegabte automatisch HSP ist, mag die Autorin diesen terminus technicus als solchen auch nicht kennen. Wer sich schon mit HS beschäftigt hat, kann von diesem Werk möglicherweise Hilfestellung für eine detailliertere Selbstfindung erwarten, wenn sich HS schwerpunktmäßig und prägend auf Art und ‚Methodik' des eigenen Denkens auswirkt.

 

Resümee: Ein sehr gutes und empfehlenswertes Buch!