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Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen
von Georg
Parlow |
 
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Für eine "schwierige Kindheit" prädestiniert
Hochsensible Menschen sind insbesondere in den ersten Lebensjahren höheren psychoemotionalen Belastungen ausgesetzt als die weniger sensible Mehrheit. In der frühen Kindheit sind sie auf Grund ihrer tatsächlichen Eigenheiten, aber auch, weil sie dem kulturellen Idealmodell weniger entsprechen, für die Betreuungspersonen oft die anstrengenderen Fälle - eine Herausforderung, der viele Eltern, Erzieher und Lehrer nicht gewachsen sind. Dadurch kommen sie leichter in verletzende Situationen, und haben dann auch noch geringere Chancen, ausreichende Begleitung und Unterstützung vorzufinden. Aus dieser Verquickung der Umstände ergibt sich eine klare Anfälligkeit für seelische Verletzungen, die zu Neurosen, Depressionen und Sozialphobie führen können. Dies hat teilweise direkt mit der Anlage zur Hochsensibilität zu tun, vergleichbar damit, dass sehr sportliche Menschen eine höhere Anfälligkeit für Sportunfälle zeigen oder Menschen mit blasser Haut leichter einen Sonnenbrand oder Hautkrebs bekommen. Doch gleichzeitig ist es in hohem Maße ein kulturelles Phänomen. Um es noch einmal anders zu sagen: Diese Störungen sind keine Eigenschaft der Hochsensibilität selbst, sondern eine Folge davon, dass hochsensible Menschen in unserer Kultur nicht die Rahmenbedingungen vorfinden, um sich entsprechend ihrer Anlage zu entwickeln. Nun sind die Eltern von Hochempfindlichen sehr oft selbst solche, und tun sich schwer, den Stress, den ein empfindsames, vielleicht leicht irritiertes, zu Koliken neigendes, leicht aus dem Schlaf gerissenes Kleinkind mit sich bringt, gut zu ertragen. Da viele weder ihre eigene Anlage zur Hochempfindlichkeit anerkennen und schätzen noch die des Kindes, fällt es vielen von ihnen schwer, geduldig, gelassen und verlässlich zu sein. Was diesen Eltern und Erziehern fehlt, ist vor allem die Information über die Natürlichkeit, den besonderen Wert und die speziellen Herausforderungen der Hochempfindlichkeit.
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